Griechisches Olivenöl: Öl aus dem Ursprungsland der Olive

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Es ist kein Wunder, dass Olivenöl und Griechenland in den Köpfen vieler Menschen eng miteinander verknüpft sind. Schließlich wurde das wertvolle Öl bereits in der Antike systematisch kultiviert und als fester Bestandteil der griechischen Küche etabliert. Bevor man jedoch das erstbeste, griechische Olivenöl aus dem Supermarkt mit nach Hause nimmt, wollen wir erklären, worauf es bei einem guten griechischen Olivenöl ankommt und welche Öle aus dem mediterranen Raum uns besonders begeistert haben.

Welche Rolle spielt Olivenöl in Griechenland?

Olivenöl ist in Griechenland mehr als nur eine Zutat: Sein Einfluss reicht vom Alltag in der Küche, über die Wirtschaft bis zur Geschichte und Kultur des Landes. Mit einer Jahresproduktion von etwa 300.000 t Olivenöl liegt Griechenland hinter Spanien und Italien auf Platz drei der größten Olivenölproduzenten der Welt. Dementsprechend weitverbreitet ist auch der Anbau von Olivenfrüchten: Schätzungen zufolge nehmen Olivenbäume etwa 15 % des kultivierten Agrarlandes ein, und bei den baumartigen Anpflanzungen sind es sogar 75 %. Olivenöle aus den Anbaugebieten in Kalamata und Westkreta gelten dabei griechenlandweit als besonders hochwertig – im Laden wird Olivenöl aus Griechenland häufig auch als Kretaöl verkauft.

Etwa 70 % aller in Griechenland hergestellten Olivenöle entsprechen der Kategorie “Nativ Extra”, also der höchsten von der EU ausgezeichneten Qualitätsstufe. 135 000 t, also etwa ein Drittel der gesamten produzierten Ölmenge, wird dabei ins Ausland exportiert. In Griechenland selbst konsumieren die Menschen im Durchschnitt etwa 16 kg Olivenöl pro Jahr – das ist doppelt so viel wie in Italien und der weltweit höchste Verbrauch pro Kopf.

Geschichte von Olivenöl in Griechenland

Schon Homer bezeichnete das griechische Olivenöl als “flüssiges Gold” – ein Zitat, das den großen Einfluss des Olivenöls auf die griechische Kultur verdeutlicht. Forschungen haben erwiesen, dass die Kultivierung der ersten Olivenbäume auf der griechischen Insel Kreta begann. Anstoß dafür war der hohe Olivenbedarf, der durch die Wildsammlung nicht mehr gedeckt werden konnte. Das wertvolle Öl wurde schon damals nicht nur zum Zubereiten von Speisen, sondern auch zur Körperpflege und als Brennstoff genutzt.

Aufgrund seiner lebensnotwendigen Bedeutung galt der Olivenbaum lange Zeit als Heiligtum. Olivenöl und -zweige wurden zu dieser Zeit zum Bestandteil von Opferritualen und Zeremonien, die als Tradition später von griechischen Christen weitergeführt wurden. Der steigende Bedarf an Agrarland führte dazu, dass die Griechen den Olivenbaum auch in andere Länder einführten – die ersten Olivenbäume in Frankreich und Portugal wurden von griechischen Siedlern mitgebracht.

Ähnlich wie heute teilten die Griechen in der Antike ihr Olivenöl in verschiedene Güteklassen ein: Die sogenannten “Omotrives” oder “Omfakinon” entsprechen dabei den heutigen Olivenölen aus der ersten Pressung, die besonders frisch und aromatisch schmecken. Das ​​”Deuteron Geumatos” galt ebenfalls als gutes Öl mit der zweitbesten Qualität. Olivenöl aus der Kategorie “Xudaion” wurde nur als Lampenöl verwendet – als Speiseöl galt es schon damals als ungenießbar.

Zur Zeit des römischen Reiches florierte der Olivenölexport in Griechenland und dieser Erfolg setzte sich auch im Laufe der türkischen Besatzung im 16. Jh. ungebrochen fort. Aber auch zu Kriegszeiten spielte Olivenöl in Griechenland eine Schlüsselrolle: In den ersten Jahren des griechischen Unabhängigkeitskrieges beschlagnahmten korrupte Gouverneure große Mengen des Grundnahrungsmittels. Türkische Streitkräfte gingen während der griechischen Revolution von 1821 dazu über, die Olivenhaine von kretischen Bauern niederzubrennen und verursachten auf diese Weise enorme wirtschaftliche Schäden.

Obwohl in Griechenland heutzutage viele Aspekte aus anderen Kulturkreisen übernommen wurden, spielt Olivenöl, nach wie vor, eine ganz zentrale Rolle. Die sogenannte “Kretadiät” (auch “mediterrane Diät”), für die das Olivenöl ein unerlässlicher Bestandteil ist, hat sich weltweit als eine der gesündesten Ernährungsweisen etabliert, nach der sich mittlerweile auch viele Menschen außerhalb Griechenlands richten.

Wie werden Olivenöle in Griechenland hergestellt?

Die Herstellung von Olivenöl hat seit der Antike eine enorme Entwicklung durchlebt. Während die ersten Olivenöle noch mithilfe von Mühlsteinen gepresst wurden, geschieht das heutzutage mithilfe von modernen Zentrifugen im Kaltpressverfahren, wie sie im gesamten mediterranen Raum eingesetzt werden.
Entscheidend für den Geschmack und die Qualität eines Olivenöls ist der Zeitpunkt der Ernte, die im Zeitraum zwischen Oktober und Januar erfolgt. Je früher die Oliven gepflückt werden, desto frischer und aromatischer schmeckt später auch das Öl. Nach der Ernte müssen die Olivenfrüchte so schnell wie möglich weiterverarbeitet werden, damit sie an der frischen Luft nicht oxidieren: Dafür werden sie in einer Ölmühle zunächst gewaschen und von Schmutz, Blättern und Ästen befreit. Danach werden die Früchte zerkleinert und zu einer Paste zerrieben und gut durchgemischt. Anders als früher verwenden Hersteller dafür keine Mühlsteine, sondern Metallzahnschleifer oder Hammermühlen. Durch das Zerkleinern werden die Öle aus der Olive freigesetzt.

Im nächsten Schritt kommt in modernen Ölmühlen eine Zentrifuge zum Einsatz, die das Olivenöl besonders schonend aus der Olivenpaste extrahiert. Die Oliven dürfen im Verlauf dieser sogenannten Kaltextraktion niemals Temperaturen über 27 ℃ erreichen – obwohl Marketingkampagnen es oft anders darstellen, ist eine Kaltpressung heutzutage ein Industriestandard und keine nennenswerte Besonderheit.

Das fertig gepresste Olivenöl muss im Anschluss nur noch gefiltert, gelagert und nach Bedarf in Flaschen oder Kanister abgefüllt werden. Bevor ein griechisches Olivenöl auf den Markt gebracht werden kann, muss es eine Prüfung nach den Standards der Europäischen Union durchlaufen und in eine von acht verschiedenen Güteklassen eingeteilt werden. Ob ein Olivenöl “Nativ Extra”, “Nativ” oder nur “Olivenöl” genannt werden darf, entscheidet eine Laborprüfung und ein olfaktorischer Test, bei dem ein Olivenöl auf Ölsäuregehalt und geschmackliche Auffälligkeiten geprüft wird.

Die Koroneiki-Olive

Unter den 60 verschiedenen Olivenölsorten gibt es Varianten, die sich besonders gut zu Herstellung von Öl eignen, während andere vor allem zu Tafeloliven verarbeitet werden. In Griechenland ist die Koroneiki-Olive dabei wohl die bekannteste Olive, die bevorzugt für die Gewinnung von Öl eingesetzt wird. Etwa 60 % aller in Griechenland angebauten Oliven gehören zur Koroneiki-Variante. Sie sind etwa 12 bis 15 mm groß und wiegen zwischen 1,2 und 2 g – im Verhältnis zu anderen Olivensorten sind sie somit eher klein. 25 % ihrer Masse macht dabei allein das Olivenöl aus. Zum Vergleich: Eine Kalamata-Olive enthält weniger als 7 % Öl.

Olivenöl in der griechischen Küche: Wie schmeckt das?

Entsprechend der langen Tradition, die Olivenöl in Griechenland hat, werden dort auch viele verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksprofilen hergestellt. Wie ein griechisches Olivenöl schmeckt, lässt sich aus diesem Grund auch pauschal nicht beantworten.

Allerdings gelten für ein gutes griechisches Olivenöl dieselben Qualitätsstandards wie für Öle aus anderen Herkunftsländern. Beim Kauf sollte man deshalb auch nach den folgenden Qualitätsmerkmalen auf dem Etikett Ausschau halten:

  • Olivensorte (z. B. Kalamata, Koroneiki)
  • Herkunft (z. B. Kreta)
  • Hersteller
  • Jahrgang
  • Herstellungsweise “nativ extra”
  • Bio-Siegel und Zertifikate

Nicht nur das Etikett, sondern auch der Geschmackstest kann dabei helfen, ein wirklich gutes Olivenöl schnell zu identifizieren. Obwohl mild-buttriges Olivenöl hierzulande besonders beliebt ist, sollte Olivenöl frisch, aromatisch und würzig schmecken. Bitterkeit, eine leichte Schärfe im Abgang und ein Kratzen im Hals sind dabei Qualitätsmerkmale, die auf einen hohen Gehalt an gesunden Polyphenolen im Olivenöl hinweisen.

Die besten Olivenöle mit Delidía entdecken

Bei Delidía standen wir auf der Suche nach dem besten Olivenöl vor einer großen Herausforderung. Unser Weg führte uns dabei in die spanische Provinz Andalusien, wo wir den Agronom Enrique trafen. Er betreibt seinen Olivenhain bereits in der sechsten Generation und verarbeitet seine frisch-geernteten, sortenreinen Oliven innerhalb von nur wenigen Stunden zu hochwertigem Olivenöl.

Das Ergebnis sind vier verschiedene Öle mit unterschiedlichen Geschmacksprofilen, die alle selbstverständlich der Qualitätsklasse “virgen extra” entsprechen. Selbst Kenner*innen staunen dabei über das einzigartige Geschmacksprofil unserer Öle: Fruchtig intensive Noten mischen sich mit einer ausgewogenen Bitterkeit und machen aus einfachen Speisen etwas ganz Besonderes.

Was zeichnet die Olivenöle von Delidía aus?

Wer bereits begeistert von griechischen Olivenölen ist, sollte auch die Vielfalt spanischer Olivenöle entdecken. Bei Delidía stehen wir im engen Austausch mit unseren Partnern in Andalusien, die mit uns ihre Leidenschaft für hochwertige Zutaten und nachhaltigen Bio-Anbau teilen. Für das Delidía Bio-Olivenöl garantieren wir deshalb:

  • Spanische Bio-Olivenöle (Aceite de Oliva virgen extra) mit vier Geschmacksprofilen: mild-fruchtig (medio), intensiv fruchtig (intenso),leicht fruchtig und intensiv frisch (erster Erntetag)
  • Traditionelle, mechanische Pressverfahren ohne Wärmezufuhr gemäß der europäischen Verordnung 61/2011
  • Besonders ölsäurearm: Säureanteil zwischen 0,08 % und 0,2 %
  • Erntefrische Abfüllung: nur drei Stunden zwischen Ernte und Pressung
  • Sorten- und jahrgangsreine Herstellung in Andalusien: ausschließlich mit Enriques eigenen Picual-Oliven aus zertifiziertem Bio-Anbau
  • Fairer Preis: 2,5 Liter Kanister für 38 € (medio), 43 € (intenso) oder 54 € (leicht fruchtig) / 1 Liter für 23 € (erster Erntetag)

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