Steinsalz

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Steinsalz – Gewinnung, Verwendung & Alternativen für die Küche

Ob unscheinbares Speisesalz, angeblich luxuriöses Himalayasalz oder grobes Industriesalz – sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Gewonnen werden sie aus Salzgestein, das sich schon vor Jahrmillionen unter der Erdoberfläche angelagert hat. Heute wird Steinsalz mit großindustriellen Verfahren abgebaut und gelangt aus riesigen Salzminen bis zu uns nach Hause. Wir zeigen, wie der konventionelle Salzabbau entstanden ist, wie Steinsalze heutzutage gewonnen werden und warum ein naturbelassenes Meersalz die bessere Variante für die Küche ist.

Was ist Steinsalz und woraus besteht es?

Steinsalz – auch unter dem Namen Ursalz oder Salzstein bekannt – ist das am häufigsten abgebaute Salz der Welt. Es kann sehr vielseitig eingesetzt werden und begegnet uns im Alltag vor allem als Streu- und seltener als Speisesalz. Industriell wird es auch für die Herstellung von Konservierungsmitteln, Natron und Soda verwendet.

Wie andere Salze besteht auch Steinsalz hauptsächlich (ca. 98,75 %) aus Natriumchlorid (NaCl), das in seiner kristallinen Form auch unter dem Namen Halit bekannt ist. Es zählt deshalb zu den monomineralischen Gesteinen. Reines Steinsalz ist weiß, allerdings kann es aufgrund von Verunreinigungen ganz unterschiedliche Farbtöne annehmen: Tonminerale, Eisenoxid und andere Elemente können die Salzkristalle rot, grau, gelb, blau oder auch violett einfärben. So entstehen die vielen unterschiedlichen Steinsalzsorten, die im Handel meistens als “rohes Steinsalz” in groben Brocken oder in mittelgroßen Körnern verkauft werden. 

Der “Star” unter den Steinsalzen ist das rosafarbene Himalayasalz. Leider nicht aufgrund seines Geschmacks, sondern weil sich rund um die angeblich heilende Wirkung dieses Salzes eine Art Kultgemeinde gebildet hat. Warum Himalayasalz in Wirklichkeit nur sehr wenig mit dem Gebirge zu tun hat und wie groß der Irrglaube hinter der “Heilwirkung” dieses Steinsalzes ist, haben wir unshiergenauer angesehen. 

Herkunft und Geschichte: Woher kommt Steinsalz?

Steinsalz wird von Geolog*innen in die Klasse der sogenannten Evaporiten eingeteilt. Das gibt uns einen Hinweis auf seine Entstehung: Im Grunde handelt es sich bei Steinsalz um eine besondere Form von Meersalz aus den Urmeeren unseres Planeten. Aufgrund der ständigen Verschiebung der Kontinentalplatten und Veränderungen beim Meeresspiegel und dem Klima kam es zu einer vollständigen Isolation der salzhaltigen Urgewässer. Dadurch konnten sie im Laufe der Zeit austrocknen (= evaporieren) und hinterließen eine – zum Teil kilometerdicke – Salzschicht. Dieses Salz wurde im Laufe der Zeit von anderen Gesteinen überdeckt und lagert bis heute unter der Erdoberfläche.

Diese Steinsalzlagerstätten sind auf der ganzen Welt zu finden. Die größten Salzmengen werden in China, den USA und Indien abgebaut. Aber auch in Europa gibt es reiche Steinsalzvorkommen: In Deutschland zählen Berchtesgaden und Bad Reichenhall zu den bekanntesten Regionen. Im polnischen Wieliczka wurde bereits im Jahr 3500 v. Chr. mit dem Abbau begonnen – das Salzbergwerk zählt zu den ältesten der Welt.

Die Geschichte des Steinsalzabbaus

Steinsalz hatte aufgrund seiner konservierenden Wirkung lange Zeit einen hohen Stellenwert. Schon im Altertum machten die Sumerer, Ägypter und Babylonier Fisch und Fleisch mit Salz länger haltbar. Das Salz wurde dabei vorwiegend aus oberirdischen Ablagerungen in Salzwüsten gewonnen. Für viele Völker war der Handel mit Steinsalz ein erträgliches Geschäft: Auf sogenannten Salzstraßen wurde es von den “salzreichen” in die “salzarmen” Gebiete transportiert. Einfuhrzölle und Steuern ließen die Wirtschaft florieren und brachten Städten wie Lüneburg, Halle oder Hall (das heutige Schwäbisch Hall) durch “deutsches Steinsalz” großen Reichtum ein.

Ab dem Mittelalter begannen die Menschen in Europa mit dem Abbau von Steinsalz im Siedeverfahren. Sie waren dabei nicht mehr auf natürliche Salzwasserquellen angewiesen, sondern konnten die Sole selbst herstellen und zu Salz verarbeiten. Trotz dieser Entwicklung blieb Steinsalz bis ins 18. Jahrhundert hinein ein wertvolles Gut, das beim Kauf bisweilen mit Gold aufgewogen wurde. 

Deutsches Steinsalz aus industrieller Gewinnung

Mithilfe neuer wissenschaftlicher Verfahren wurden im 19. und 20. Jahrhundert weitere, reiche Salzlagerstätten in Mittel- und Süddeutschland entdeckt. Der industrielle Steinsalzabbau wurde zu dieser Zeit systematisch gefördert, weshalb das Deutsche Reich zu den größten Salzproduzenten der damaligen Zeit zählte. Obwohl die wirtschaftliche Bedeutung der Salzindustrie in Deutschland schon lange nicht mehr so groß ist wie früher, geben Silben wie “Hall” oder “Salz” im Namen von Städten einen Hinweis auf die tragende Rolle, die deutsches Steinsalz – mindestens in der Vergangenheit – in den Regionen gespielt hat.

Der groß angelegte Abbau machte Steinsalz auch für die allgemeine Bevölkerung erschwinglich und damit auch zu dem Alltagsprodukt, das wir heute kennen. Heutzutage wird Steinsalz auf der ganzen Welt mit modernen Sprengverfahren oder in Salzsalinen abgebaut. Pro Jahr belaufen sich die weltweiten Erträge auf insgesamt über 257 Millionen Tonnen.

Wie funktioniert die Steinsalz-Gewinnung heute?

Heutzutage findet man kaum noch Steinsalz, das sich oberhalb der Erdoberfläche angelagert hat. Der groß angelegte Abbau findet deshalb unter Tage statt. Die großindustriellen Produzenten setzen dabei entweder auf mechanische Methoden oder die Gewinnung mithilfe von Spülverfahren.

Mechanische Gewinnung von Steinsalzen

Bei der mechanischen Gewinnung werden reine Salzkristalle in Bergwerken mithilfe spezieller Bohr- und Sprengverfahren aus dem Gestein gelöst. Das gewonnene Salz muss anschließend nur noch gereinigt und zerkleinert werden, bevor es zur weiteren Aufbereitung abtransportiert werden kann. In großen Salzlagerstätten sind die Abbaukosten deshalb relativ gering.

Steinsalz-Gewinnung im Siedeverfahren

Alternativ zum klassischen Bergbau kann Steinsalz auch über ein Siedeverfahren gewonnen werden. Bei der Herstellung des Siedesalzes werden die Salzschichten im Erdboden mit Wasser behandelt und aufgelöst. Die entstandene Salzsole wird im Anschluss verdampft, woraufhin nur die Salzablagerungen zurückbleiben. 

Moderne Bohrspülverfahren können heutzutage sogar von über Tage betrieben werden: Dafür wird zunächst Süßwasser durch ein Rohr gepumpt, das durch eine gesamte Salzlagerstätte verläuft. Ein zweites Rohr pumpt die dabei entstandene Salzsole mit einem Salzgehalt von 26,5 % wieder ans Tageslicht. Je nachdem, wie reich eine Salzlagerstätte ist, können dabei Bohrspülwerke mit Maßen von mehreren hundert Metern entstehen. Zwar ist Salzsole im Handel wesentlich preiswerter als reine Steinsalzkristalle; da die Aufbereitung der Sole allerdings aufwendiger ist, werden für das daraus gewonnene Siedesalz wiederum höhere Preise verlangt.

Verwendung: Wofür eignet sich Steinsalz?

Reines Steinsalz ist vielfältig einsetzbar und wird aus diesem Grund zu ganz unterschiedlichen Zwecken verwendet. Etwa 85 % aller abgebauten Steinsalze werden in der Industrie weiterverarbeitet und zur Herstellung von Natrium, Soda, Natron oder Chlor genutzt. Der übrige Teil wird entweder zu Speisesalz (ca. 3 %), Auftausalz (ca. 5 %) oder Gewerbesalz (ca. 7 %) – beispielsweise für die Herstellung von Kunststoffen, Glas und Aluminium – verarbeitet. 

Um aus Steinsalz ein essbares Speisesalz zu machen, muss es chemisch und physikalisch gereinigt werden. Um die Rieselfähigkeit beizubehalten, werden die Steinsalzkörner mit Natriumcarbonat umhüllt, bevor sie in den Handel gelangen. Der Teil des Steinsalzes, der als Speisesalz in unsere Küchen kommt, hat deshalb nicht mehr viel mit einem echten Natursalz zu tun – auch, wenn es gerne anders beworben wird.

Was unterscheidet Steinsalz von Meersalz?

Steinsalz und Meersalz haben zwar beide ihren Ursprung in salzhaltigen Ozeanen und eine fast identische chemische Zusammensetzung; sie unterscheiden sich allerdings in ihrem Alter und in der Art, wie sie gewonnen werden. 

Steinsalz hat sich bereits vor Jahrmillionen als Folge der Austrocknung der Urmeere gebildet und im Boden angelagert. Es kann aus diesem Grund fast ausschließlich in Bergwerken oder Salinen abgebaut werden. Im Gegensatz dazu kann Meersalz auch in Salzgärten „geerntet“ bzw. abgeschöpft werden. Diese Art der Salzherstellung ist die älteste bekannte Technik und wurde bereits vor dem Abbau von Steinsalz im römischen Reich praktiziert.

Steinsalz kaufen: Was ist die bessere Alternative?

Wenn Steinsalz in Kristallform als Speisesalz verkauft wird, stehen dabei meistens die Färbung oder die Haptik der “Kristalle” im Mittelpunkt – und weniger der Geschmack. Wenn das Salz auch ein geschmackliches Highlight sein soll, eignet sich ein naturbelassenes Meersalz deshalb wesentlich besser für die Küche. 

Wir sind an die Westküste Frankreichs gereist und haben bei Salzgärtner (Paludier) Francis das vielleicht beste Meersalz der Welt gefunden. In der Guérande – wo das berühmte Fleur de Sel seinen Ursprung hat – stellt Francis seine hochwertigen Meersalze noch in traditioneller Handarbeit her. Das ist alles andere als selbstverständlich – und gehört für uns gerade deshalb zu den wichtigsten Qualitätsansprüchen.

UnserGros Sel de Guérande sorgt auch bei alltäglichen Gerichten für besondere Geschmackserlebnisse: Von Hand geschöpft, lässt Francis sein grobes Meersalz in der Sonne der Atlantikküste trocknen und packt es naturbelassen ab – Rieselhilfen, Konservierungs- oder Zusatzstoffe gibt es nicht. Seine Leidenschaft gilt den traditionellen Herstellungsmethoden und der nachhaltigen Handarbeit. Das alles macht aus unserem groben Meersalz eine Kostbarkeit, die jedes Gericht mit einer unverkennbar salzigen Note bereichert.

Mit seinem edlenFleur de Sel ist Francis ein wahres Luxusprodukt gelungen: Es eignet sich perfekt als Tafelsalz, das aus jeder Speise mit einer milden Salznote ein unvergleichliches Geschmackserlebnis macht. Das besondere Mundgefühl mit einem leichten Knuspern sucht man in deutschen Supermärkten vergebens – und die zarten Flocken stellen optisch auch die kleinen Steinsalzkristalle in den Schatten. 

Unsere Alternative zu Steinsalz: Delidía-Meersalz direkt aus der Guérande

Weniger ist manchmal mehr – das gilt auch für Salz. Mit unseren Delidía-Meersalzen wollen wir unseren Kund*innen eine außergewöhnliche Qualität bieten, mit der häufig schon eine einzelne Prise ausreicht, um den Unterschied zu machen:

  • Natürliches Meersalz und Fleur de Sel – handgeschöpft in der Guérande
  • Einzigartiger, milder Salzgeschmack 
  • Ökologische und nachhaltige Herstellung mit traditionellen Methoden
  • Naturbelassenes Salz ohne Zusätze – keine Rieselhilfen, Geschmacksverstärker, Glutamat oder Konservierungsstoffe
  • Kurze Transportwege ohne Zwischenhandel
  • Faire Kaufpreise durch Großpackungen: Edles Meersalz ab 4 € / Kilo

Unser Ziel bei Delidía ist es, einzigartige Produkte zu finden, die auch aus ganz alltäglichen Gerichten einen besonderen Moment machen. Wir stehen dafür in engem Austausch mit kleinen Betrieben aus aller Welt, die ihre hochwertigen Produkte noch auf traditionelle Weise herstellen. Wir verzichten bewusst (fast) vollständig auf teure Werbung und versenden unsere Lebensmittel in Vorratspackungen. Dadurch können wir unsere Kosten reduzieren, den Vorteil an unsere Kund*innen weitergeben und besondere Produkte wie Francis’ Meersalz auch für den ganz normalen Geldbeutel bezahlbar machen.

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