Rosa Pfeffer

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Rosa Pfeffer – Geschmack, Verwendung & Alternativen

Er wächst am Schinusbaum und ist so 80-er, mit der Mango verwandt und sein Anbau ist im US-Bundesstaat Florida sogar verboten: Obwohl man den rosa Pfeffer in vielen bunten Pfeffermischungen findet, hat er nur wenig mit einem echten Pfeffer gemeinsam. Wir zeigen, was diesen “falschen” vom echten Pfeffer unterscheidet, wie man die rosa Pfefferbeeren in der Küche am besten verwendet und welcher schwarze Pfeffer die richtige Alternative für den Alltag ist.

 

 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Rosa Pfeffer ist kein echter Pfeffer. Im Unterschied zu rotem Pfeffer ist rosa Pfeffer eine Schinusbeere. Er schmeckt aromatisch und würzig.
  2. Rosa Pfeffer ist in üblichen Mengen ungiftig. Eine mögliche Nebenwirkung könnte Schleimhautreizung sein.
  3. Roter Pfeffer ist nicht giftig. Er ist ein echter Pfeffer wie schwarzer, grüner und weißer Pfeffer.

 

 

Schinusbeeren: Was ist rosa Pfeffer?

Rosa Pfeffer, rosa Beeren oder auch “Weihnachtsbeeren” kennen die meisten von uns vor allem aus bunten Pfeffer- und Gewürzmischungen. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei den pikanten, rosafarbenen Beeren aber nicht um einen echten Pfeffer: Sie stammen nicht von der Pfefferpflanze (lat.piper nigrum), sondern vom Schinusbaum, der in Mittel- und Südamerika beheimatet ist.

Der Unterschied ist schon auf den ersten Blick zu erkennen: Anders als schwarzer Pfeffer sind die rot-pinken Pfefferbeeren konkav, hohl und lassen sich leicht zerdrücken. Im Geschmack sind sie zudem sehr viel milder, da die Beeren kein Piperin enthalten, das schwarzem Pfeffer seine typische Schärfe verleiht.

Was unterscheidet rosa Pfeffer und roten Pfeffer?

Rosa Pfeffer stammt nicht aus der Familie der echten Pfeffer, roter Pfeffer wird tatsächlich von der Pfefferpflanze geerntet. Im Handel findet man echten roten Pfeffer aber nur selten, da der Anbau für die Bauern sehr unattraktiv ist: Jede Pfeffertraube kann nur etwa zwei bis drei der vollreifen, roten Früchte hervorbringen, die sich aufgrund ihrer fortgeschrittenen Reife nicht trocknen oder lange lagern lassen. Um ihn länger haltbar zu machen, wird echter roter Pfeffer deshalb fast ausschließlich in Lake verkauft.

Geschichte & Herkunft: Woher kommt der rosa Pfeffer?

Der Schinusbaum (auch brasilianischer Pfefferbaum genannt), an dem der rosa Pfeffer wächst, gehört zu der Familie der Sumachgewächse und ist dadurch unter anderem mit dem Mangobaum verwandt. Dieser “Pfefferbaum” kann bis zu zehn Meter hoch werden und trägt an seinen immergrünen Ästen kleine grüne Steinfrüchte, aus denen später die rosa Beeren heranreifen. Wie der Name andeutet, stammt die Pfefferpflanze ursprünglich aus Brasilien; heutzutage wird sie jedoch vor allem auf der Insel Réunion im Indischen Ozean für den kommerziellen Gebrauch kultiviert. 

Rosa Pfefferbeeren wurden traditionell zur Veredlung alkoholischer Getränke und als natürliches Heilmittel genutzt. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Seefahrer sie nach Europa, wo die Beeren bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts als Pfefferersatz verwendet wurden. Mit dem Aufkommen der französischen Nouvelle Cuisine entwickelte sich der rosa Pfeffer in den 1980er-Jahren kurzzeitig zu einem echten Trend-Gewürz, auf das kaum ein/e Köch*in verzichtete. Heute findet man die rosa Pfefferbeeren in der Küche vor allem als dekoratives Element.

Eine ganz besondere Beziehung zum Anbau von Schinusbeeren hat übrigens der US-Bundesstaat Florida: Nachdem die Pflanze 1840 dort eingeführt wurde, hat sie sich über die Jahre als eine invasive Spezies etabliert und viele natürliche Biotope für sich eingenommen, die nur mit Mühe wieder hergestellt werden konnten. Bis heute ist dort der Anbau von brasilianischen Pfefferbäumen deshalb verboten. 

Wonach schmeckt rosa Pfeffer?

Rosa Pfeffer schmeckt eher würzig als scharf. Grund dafür ist das fehlende Piperin, das echten Pfeffersorten ihre intensive Schärfe verleiht.

Erst beim Mahlen setzen die rosa Pfefferbeeren ihr volles Aroma frei, das im ersten Augenblick an Zitrusfrüchte, Kiefernnadeln und Zeder erinnert. Beim Erhitzen verflüchtigen sich diese Aromastoffe jedoch schnell – deshalb sollte das frisch geriebene Gewürz erst zum Ende der Garzeit in den Kochtopf gegeben werden. Wenn die geriebenen Beeren ihren süßlich-warmen Duft mit harzigen und zitrischen Noten voll entfalten, erinnern sie ein wenig an Wacholderbeeren.

Ist rosa Pfeffer giftig?

Rosa Pfeffer ist in üblichen Mengen nicht giftig. "Die Dosis macht das Gift", sagt Paracelsus. Eine Nebenwirkung von rosa Pfeffer könnten Schleimhautreizungen sein. Ursache können in den getrockneten Früchen in geringen Mengen vorhandene Allergene vom Urushiol-Typ sein. Deshalb wird zur Vorsicht geboten, auch wenn kein "Gift" im rosa Pfeffer ist. Wer empfindliche Schleimhäute hat, kann sich mit Rosa Pfeffer von der Insel Réunion versorgen. Rosa Pfeffer von der Insel Réunion enthält anscheinend keine Urushiole, und von den weniger wirksamen Cardanolen wurden kleinere Mengen als in Beeren aus Florida gefunden.

Rosa Pfeffer gehört zur Familie der Anacardiaceae, die für mehr oder minder giftige (schleim)hautreizende Inhaltsstoffe bekannt sind. Übrigens gehören zu dieser Famlie auch Pistazie (Pistacia vera) und Cashew-Nuß (Anacardium occidentale) sowie die Mango (Mangifera indica). Allergene des Urushiol-Typs konnte im Schalenöl der Cashew-Nüsse oder auch (spurenweise) in unreifen Mangos nachgewiesen werden.

Bis heute gibt es keine konkrete Verzehrgrenze, ab wann rosa Pfeffer giftig ist. In ihrem Buch "Giftpflanzen - Pflanzengifte" berichten Roth, Daunderer & Kormann von Selbstversuchen. Es sei bei der Verwendung als Gewürz keine Reizwirkung von der Pflanze ausgegangen.

In den frühen 1980-er Jahren verbot die Food and Drug Administration (F.D.A.) die Einfuhr von rosa Pfeffer in die Vereinigten Staaten, was französiche Diplomaten auf den Plan rief. Auch damals konnte nicht genau belegt werden, ab wann man sagen kann "Rosa Pfeffer ist giftig." Deshalb drehten die FDA die Beweislast einfach um: ( New York Times vom 31.3.1982):

A consultant on herbs for the University of Michigan and a botanist at the University of Miami reported that schinus terebenthifolius, more commonly known as pink or red peppercorns, is related to poison ivy. (Actually, peppercorn is a misnomer; this berry does not belong to the peppercorn family.) These peppercorns can cause symptoms similar to those caused by poison ivy, as well as violent headaches, swollen eyelids, shortness of breath, chest pains, sore throat, hoarseness, upset stomach, diarrhea and hemorrhoids.

''While it is not known how many berries are required to cause adverse effects,'' the F.D.A. has said, ''experts advise against eating the pink or red peppercorns.'' (...)

The Food and Drug Administration has told the French Embassy in Washington that the ban will be lifted if the French Government supplies information that proves that the imported peppercorns are safe.

Verwendung: Wie kocht man mit rosa Pfeffer?

Beim Blick in die Supermarktregale hat man schnell den Eindruck, dass rosa Pfeffer fast nur noch als Bestandteil bunter Pfeffermischungen angeboten wird. Sein charakteristisches Aroma ist zwar nicht mit dem von echtem Pfeffer zu vergleichen; es kann in der Küche aber trotzdem interessant eingesetzt werden, wenn man die rosa Pfefferbeeren einzeln und frisch gerieben verwendet: Die milde Würze mit leicht süßlichen Noten passt nicht nur gut zu Fisch- und Fleischgerichten, sondern auch zu Frühlingsgemüsesorten wie Spargel und Kartoffeln. Auch Sahnesoßen und Nachspeisen (v. a. Schokolade) lassen mithilfe von rosa Pfefferbeeren ganz einfach verfeinern – sowohl geschmacklich als auch optisch. Zudem hat sich der rosa Pfeffer bis heute ein Stück seiner Geschichte beibehalten: Liebhaber*innen von Gin Tonics werden rosa Pfefferkörner als Zutat in vielen unterschiedlichen Drink-Rezepten finden. 

Ein wichtiger Punkt bei der Verwendung in der Küche: Die weichen Pfefferbeeren können das Mahlwerk von handelsüblichen Pfeffermühlen schnell verkleben. Rosa Pfeffer sollte deshalb lieber mit einem Mörser zerkleinert werden.

Unsere Alternative zu rosa Pfeffer: echter schwarzer Pfeffer von Delidía

Rosa Pfeffer eignet sich beim Kochen vor allem als edler Blickfang mit einer milden Würze – sein Aroma ist allerdings nur bedingt alltagstauglich und nicht mit dem vergleichbar, was einen wirklich guten, echten Pfeffer ausmacht. Als Alternative wollen wir dir deshalb zwei der besten Pfeffersorten der Welt vorstellen, mit denen auch alltägliche Gerichte zu echten geschmacklichen Highlights werden. 

Die schwarzen Pfeffersorten von Delidía wachsen genau dort, wo schon vor Jahrtausenden die allerersten Pfefferpflanzen kultiviert wurden: Im Bundesstaat Kerala (Malabarküste / Indien) arbeiten wir mit der Adivasi-Kooperative, um diesen ganz besonderen Pfeffer bis nach Deutschland zu bringen. Ca. 1000 Ureinwohner*innen bauen den Pfeffer dort nach traditionellen Methoden an und richten sich gleichzeitig nach demnachhaltigen “Field to Fork”-Ansatz der EU. Geerntet wird ein hochwertiger, echter indischer Pfeffer, mit dem die Kooperative einen Preis erzielen kann, der 100 % über dem Weltmarkt liegt. Mit Delidía wollen wir diesen Ansatz unterstützen und sind deshalb auch bereit, diesen fairen Preis zu bezahlen. 

Uns haben gleich zwei der indischen Pfeffersorten ganz besonders begeistert: Das unvergleichliche Aroma desBio-Tellicherry-Pfeffers überrascht durch seine ausgewogene, aber prägnante Schärfe, die sich mit blumigen und nussigen Noten zu einem echten Geschmackserlebnis vermischt. Jede/r wird schon beim ersten Probieren bemerken, wie einzigartig ein wirklich guter Pfeffer sein kann.

Wer herausfinden möchte, wie schwarzer Pfeffer in seiner ursprünglichen Form schmeckt, sollte denMalabar-Urwald-Pfeffer von Delidía probieren: Die getrockneten Beeren der Urpfefferbäume Devamunda (Thevamunda) und Karimunda (Kerymunda) schmecken frisch, rein und vielschichtig. Für fast jedes Gericht sind sie die perfekte Ergänzung. 

Besondere Pfeffersorten für den Alltag: Der schwarze Pfeffer von Delidía

Sowohl unser Tellicherry-Pfeffer als auch unser Malabar-Urwald-Pfeffer werden mit größter Sorgfalt und mithilfe von nachhaltigen Anbauverfahren geerntet – und das spiegelt sich direkt im Geschmack wider. Wie alle Delidía-Produkte erfüllt auch unser Pfeffer die höchsten Qualitätsansprüche:

  • Sortenreine Ernte
  • Traditioneller Anbau in ökologischer Landwirtschaft
  • Sonnentrocknung ohne zusätzliche Hitze
  • Keine künstlichen Konservierungsstoffe
  • Keine Zusatzstoffe (z. B. Glutamat, Geschmacksverstärker)
  • Biozertifiziert: DE-ÖKO-044

Mit Delidía werden alltägliche Zutaten wie Salz, Olivenöl, Balsamico und Pfeffer zu kleinen Luxusgütern. Trotzdem ist es uns wichtig, dass sie auch für den normalen Geldbeutel bezahlbar bleiben. Der Kampagnenverkauf, der Versand in Vorratspackungen und der (fast) vollständige Verzicht auf Werbung ermöglicht es uns, auch die hochwertigsten Produkte zu einem fairen Preis anzubieten. Ein kompletter Jahresvorrat schwarzer Pfeffer ist bei Delidía deshalb schon für 16,25 € (Bio-Malabar-Urwald-Pfeffer) bzw. 17,50 € (Bio-Tellicherry-Pfeffer) erhältlich.

Weitere Informationen

Jenseits von Supermarktware kann man eine Welt voller Geschmack und Aroma zu entdecken. Hier findest du weitere gründlich recherchierte Artikel, die mit viel Liebe für unsere Leser*innen verfasst wurden. Du hast Anregungen oder Fragen? Dann schreib uns gerne. Du kannst uns auch unterstützen, indem du Essig, Olivenöl, Salz oder Pfeffer bei uns kaufst. Viel Spaß beim Schmökern!

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