Kampot-Pfeffer: Was macht den schwarzen Pfeffer aus Kambodscha so besonders?

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Außergewöhnlichen schwarzen Pfeffer findet man nicht nur in Indien: Der Kampot-Pfeffer aus Kambodscha überzeugt durch traditionellen Anbau sowie ein intensives Aroma – beides wird mittlerweile durch eine geschützte Herkunftsbezeichnung gesichert. Wir zeigen dir, wie dieser echte schwarze Pfeffer hergestellt wird, wie die unterschiedlichen Geschmacksprofile zustande kommen und welche Alternativen wir echten Pfeffer-Liebhaber*innen ans Herz legen können.

Geschichte & Anbau: Woher stammt Kampot-Pfeffer?

Seinen Namen verdankt dieser Pfeffer der kambodschanischen Provinz Kampot, die rund 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Phnom Penh liegt. Obwohl man Kambodscha im ersten Moment vielleicht nicht als Pfeffer-Hochburg vor Augen hat, blickt der Kampot-Pfeffer auf eine lange Geschichte zurück.

Traditionell werden die, ursprünglich aus Indien stammenden, piper nigrum Bäume schon seit dem 13. Jahrhundert auch in Kambodscha angebaut und unter dem Namen Kampot-Pfeffer gehandelt. Dieser echte schwarze Pfeffer hat unter Kenner*innen einen exzellenten Ruf, der sich vor allem auf die günstigen Anbaubedingungen zurückführen lässt: Das feuchtwarme Klima der Tropen, die hohe Niederschlagsrate und die mineralreiche Erde tragen dazu bei, dass der Kampot-Pfeffer auf den kambodschanischen Plantagen ein einzigartiges Aroma entwickeln kann. Bis heute wird dieser echte schwarze Pfeffer in traditioneller Handarbeit kultiviert und geerntet, was ebenso zu seinem außergewöhnlichen Geschmacksprofil beiträgt.

Bis zu den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts zählte Kampot-Pfeffer allgemein zu den besten Pfeffersorten weltweit. Politische Spannungen, eine Militärdiktatur und die Übernahme durch die vietnamesische Besatzungsmacht sorgten jedoch dafür, dass die alte Pfeffer-Anbautradition fast vollständig in Vergessenheit geriet. Erst als sich die politische Situation in den 1990er-Jahren wieder entspannte, begannen Farmer in Kambodscha vereinzelt damit, den Kampot-Pfeffer auf traditionelle Weise anzubauen.

Ähnlich wie bei hochwertigem Balsamico und der Bezeichnung “Aceto Balsamico di Modena IGP” handelt es sich auch beim Namen “Kampot-Pfeffer” um eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Die Kampot Pepper Promotion Association (KPPA) erarbeitete dafür mit dem kambodschanischen Handelsministerium eine Auszeichnung, die seit 2010 die Herkunft und die Qualität des Kampot-Pfeffers sicherstellt. Die Bauern müssen seitdem strenge Auflagen (bzgl. Anbaugebiet, Düngung, Bewässerung und Pestiziden) erfüllen, um ihre Erzeugnisse unter dem Namen “Kampot-Pfeffer” verkaufen zu dürfen. Seit 2016 wird die Bezeichnung – als erstes kambodschanisches Erzeugnis – auch im EU-Qualitätsregister als geschützte geografische Angabe (g.g.A) geführt. Somit stammt jedes Produkt, das man in Europa unter dem Namen “Kampot-Pfeffer” erhält, auch garantiert aus den Provinzen Kampot oder Kep.

Wie wird Kampot-Pfeffer heutzutage angebaut?

Kampot-Pfeffer entstammt exakt der gleichen Pflanzen wie auch andere echte schwarze Pfeffer. Dementsprechend funktionieren auch der Anbau und die Ernte auf eine fast identische Art und Weise.

Pfefferbäume werden in Kampot meist aus abgeschnittenen Trieben von älteren Pfefferpflanzen kultiviert und beginnen dabei schon im zweiten Jahr, die ersten Früchte zu tragen. Zum Vergleich: Eine natürlich ausgesäte Pfefferpflanze würde dagegen erst nach zehn Jahren Früchte tragen. Von Januar bis April wachsen die Pfefferbeeren heran und werden dann von den Farmern per Hand geerntet. Der Reifegrad entscheidet darüber, welche Farbe ein Pfefferkorn während der Verarbeitung annimmt. Schwarzer Kampot-Pfeffer wird dabei aus grünen, unreifen Pfefferbeeren gewonnen. Sie werden im Anschluss an die Ernte zunächst sortiert und danach in der Sonne getrocknet. Diese schonende Trocknung verleiht den Pfefferkörnern ihre schwarze Farbe und die raue Oberfläche.

Weiß, rot, grün oder fermentiert: Wie unterscheiden sich die Kampot-Pfeffersorten?

Kampot-Pfeffer ist zwar hauptsächlich als echter schwarzer Pfeffer bekannt – im Handel findet man ihn aber in ganz unterschiedlichen Variationen. Die wichtigsten möchten wir dir kurz vorstellen.

Weißer Kampot-Pfeffer wird ebenfalls kurz vor seiner vollen Reife von den Pfeffersträuchen geerntet. Die Früchte werden allerdings nicht direkt getrocknet, sondern zunächst in Wasser eingelegt, sodass sich ihre Schale vom weißen Inneren der Pfefferbeere löst. Dieser Extra-Schritt macht die Herstellung von weißem Kampot-Pfeffer besonders aufwendig – im Gegensatz zu anderen weißen Pfeffersorten dürfen bei der Herstellung keine Bleichmittel zum Einsatz kommen.

Der Anbau von rotem Kampot Pfeffer ist eine echte Besonderheit: Neben dem südkambodschanischen Anbaugebiet können die roten Pfefferbeeren ausschließlich in der Region um die indische Stadt Pondicherry kultiviert werden. Hier tritt die Regenzeit später ein als in anderen Regionen, sodass Bäuer*innen ihre Pfefferfrüchte bis zur Vollreife an ihren Sträuchern hängen lassen können, ohne dass sie verderben.

Grüner Kampot Pfeffer ist auf dem europäischen Markt nur selten zu finden. Frische grüne Pfefferkörner halten sich ohne eine Konservierung nur etwa drei Tage, bevor sie verderben. Sie sind daher eher eine lokale Delikatesse. Werden die Körner in Salzlake eingelegt oder gefriergetrocknet, übersteht der grüne Kampot-Pfeffer aber auch den langen Transportweg nach Europa.

Eine besondere Pfeffer-Spezialität ist der fermentierte Kampot-Pfeffer: Dafür werden junge Pfefferbeeren in frischem Meersalz fermentiert und auf diese Weise haltbar gemacht. Die frische Kräuternote der Pfefferkörner mischt sich mit einer leichten Säure und dem salzigen Geschmackseindruck des Meersalzes.

Kochen mit Kampot-Pfeffer: Wie schmeckt das?

Ob schwarzer, grüner, roter oder fermentierter Kampot-Pfeffer – jede Variante des kambodschanischen Gewürzes überzeugt durch seine eigenen charakterstarken Aromen. Schwarzer Kampot-Pfeffer erinnert beim Probieren an frischen Eukalyptus, Thymian oder Minze, im Zusammenspiel mit einer scharfen Pfeffernote. Tester*innen bemerken häufig, dass Kampot-Pfeffer wesentlich schärfer ist als viele der anderen handelsüblichen schwarzen Pfeffersorten.

Je nachdem, wie die Kampot-Pfefferkörner verarbeitet wurden, ergeben sich auch leichte Variationen im Geschmacksprofil: Weißer Kampot-Pfeffer schmeckt pikanter und erinnert an Zitrusfrüchte; roter Kampot-Pfeffer ist aufgrund seines hohen Reifegrades etwas süßer.

Mit Blick auf die häufig hohen Preise und das vielschichtige Geschmacksprofil eignet sich Kampot-Pfeffer vor allem zum Garnieren von Gerichten. Darüber hinaus gibt es allerdings keine “Regeln”, denn das Gewürz harmoniert ganz hervorragend mit Fleisch- und Fischgerichten jeder Art, aber auch mit kurz gebratenem Gemüse. Die berühmte, französische Spezialität „Steak au Poivre“ wird immer mit Kampot-Pfeffer gewürzt – eine Tradition, die auf die florierenden Handelsbeziehungen zwischen Kambodscha und Frankreich zurück geht.

Schwarze Gourmetpfeffer entdecken mit Delidía

Außergewöhnliche schwarze Pfeffer werden nicht nur in Kambodscha, sondern allen voran an der indischen Westküste angebaut. Dort haben wir gleich zwei der weltbesten Varianten gefunden und konnten sie mit in unser Delidía-Sortiment aufnehmen. Ganz unabhängig davon, ob du sie als Alternative oder Ergänzung zum Kampot-Pfeffer sehen möchtest – ein Geschmackserlebnis sind sie für dich als Pfeffer-Liebhaber*in in jedem Fall.

Im indischen Bundesstaat Kerala – der Ursprungsregion des schwarzen Pfeffers – hat der Anbau von Pfefferpflanzen eine jahrtausendealte Tradition. Mit dem Delidía-Pfeffer unterstützen wir eine Kooperative aus rund 1000 Ureinwohner*innen dabei, diese Geschichte fortzusetzen. Sie greifen dabei nicht nur auf überlieferte Anbaumethoden zurück, sondern richten sich auch nach dem nachhaltigen Farm-to-Fork Ansatz der Europäischen Union. Mit ihren überragenden Erzeugnissen erzielen sie auf dem Weltmarkt einen Preis, der bis zu 100 % über dem Durchschnitt liegt. Wir finden das absolut gerechtfertigt – wer unseren schwarzen Pfeffer probiert, wird auch sofort verstehen, warum wir diesen höheren Preis aus Überzeugung bezahlen.

Wie vielfältig schwarzer Pfeffer sein kann, zeigen alleine die Geschmacksprofile unserer beiden Delidía-Pfeffer eindrucksvoll. Der schwarze Bio-Tellicherry-Pfeffer hat uns mit seiner ausdrucksstarken, aber dennoch balancierten Schärfe von Anfang an überzeugt. Blumige und nussige Aromen, die an Sandelholz und schwarzen Tee erinnern, runden das Geschmacksprofil ab und sorgen für ein einzigartiges Aroma, an das kein Pfeffer aus unseren Supermärkten herankommt.

Wer frische Pfefferaromen aus dem indischen Dschungel entdecken möchte, sollte unseren Malabar-Urwald-Pfeffer probieren. Er wird in Kerala in Wildsammlung von den Urpfefferpflanzen Devamunda (Thevamunda) und Karimunda (Kerymunda) geerntet. Seine charakteristischen Aromen harmonieren wunderbar mit vielen alltäglichen Gerichten und macht aus ihnen eine kleine Besonderheit.

Schwarzer Pfeffer von Delidía: Was macht ihn so besonders?

An jedes Produkt aus unserem Sortiment stellen wir hohe Ansprüche. Das bedeutet vor allem: Sorgfalt, Leidenschaft und Nachhaltigkeit in jedem Produktionsschritt. Unsere drei Pfeffer von der Malabarküste unterscheiden sich unter anderem durch folgende Qualitätsmerkmale von konventionell angebautem schwarzem Pfeffer:

  • Traditionell angebauter Pfeffer aus samenfestem Saatgut
  • Anbau in ökologischer Landwirtschaft
  • Sonnentrocknung ohne thermische Behandlung
  • Keine künstlichen Konservierungsstoffe
  • Keine Zusatzstoffe (z. B. Glutamat, Geschmacksverstärker)
  • Biozertifiziert: DE-ÖKO-044

Für uns ist geschmacklicher Luxus keine Frage des Preises. Deshalb legen wir bei Delidía immer ein genaues Augenmerk darauf, dass unsere Produkte bezahlbar bleiben. Ermöglicht wird das vor allem über den Versand in Vorratspackungen, saisonale Kampagnenverkäufe und den (fast) vollständigen Verzicht auf teure Marketingmaßnahmen. Diese Einsparungen werden direkt an unseren Preisen sichtbar: Ein Jahresvorrat (250g) unseres exzellenten schwarzen Pfeffers kostet in unserem Shop nur 16,25 € (Malabar-Urwald-Pfeffer) bzw. 17,50 € (Tellicherry-Pfeffer).

Unsere Empfehlung: Kombiniere deinen Lieblingspfeffer mit unserem handgeschöpften Fleur de Sel aus Frankreich und erlebe das Zusammenspiel dieser einzigartigen Naturprodukte.

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